Was ist ein Kleingewerbe?

Die offizielle Gewerbeanmeldung ist mit dem letzten Schritt in die berufliche Selbstständigkeit gleichzusetzen. Neben der erwünschten Selbstbestimmtheit kommt aber auch mehr Verantwortung auf jeden Gewerbetreibenden zu. Daher kann es Sinn machen, zunächst einen nebenberuflichen Einstieg zu wählen, um sich ein Geschäft und die dafür notwendigen Strukturen und Prozesse aufzubauen. In solchen Fällen ist ein so genanntes Kleingewerbe eine mögliche Option, die zahlreiche Erleichterungen mit sich bringt.

Zu den Kleingewerben zählen Unternehmen, die die Kleinunternehmerregelung des Umsatzsteuergesetzes nutzen bzw. deren Jahresgewinn unter 50.000 Euro bleibt. Bei Einhaltung dieser Umsatzgrenzen, muss keine Umsatzsteuer auf Rechnungen ausgewiesen werden. Die Kleinunternehmerregelung soll gerade neu-gegründeten Unternehmen den Start erleichtern.

Bei einem Kleingewerbe mit vereinfachter Buchführung müssen die Umsätze unterhalb einer Grenze von 500.000 Euro (der Gewinn dementsprechend unter 50.000 Euro) im Jahr liegen. Anstelle der einschlägigen Vorschriften des Handelsgesetzbuches treten die Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Gewerbesteuer wird übrigens erst dann mit Blick auf den geltenden Hebesatz fällig, wenn der Jahresgewinn mehr als 24.500 Euro beträgt (darunter greift der vorgesehene Freibetrag). Wird einen Gewerbe nebenberuflich betrieben, so sind die Einnahmen an entsprechender Stelle bei der Steuererklärung anzugeben.

Was ist ein Kleingewerbe?

  • Als Gewerbe gilt grundsätzlich jede eigenverantwortliche & unternehmerische Tätigkeit. Dazu gehören Händler aller Art und die meisten Dienstleister, ebenso Industrie- und Handwerksbetriebe
  • Ein Kleingewerbe ist ein gewerbliches Unternehmen, dessen Betreiber sich nicht an die Bestimmungen des Handelsgesetzbuches und andere kaufmännische Vorschriften zu halten braucht
  • Keine Gewerbetreibenden sind Freiberufler: Ärzte, Architekten, Künstler, Rechtsanwälte, Journalisten etc.

Vorteile des Kleingewerbe-Daseins

  • Man spart sich die doppelte kaufmännische Buchführung
  • Man muss keine Bilanz erstellen
  • keine Inventur nötig
  • keine komplizierten Jahresabgrenzungen von Forderungen & Verbindlichkeiten
  • man muss keinen Jahresabschluss veröffentlichen

Zuletzt aktualisiert am 2019-06-27 von Sebastian Helmund.

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